Samstag, 12. Dezember 2015

Wo ist hier die Reißleine? ... entschleunigen ...

Der Advent, der Advent... ja, die Adventszeit kommt auch dieses Jahr wieder einmal sehr stressig daher. Warum ist das eigentlich so?

Ich denke, ich stehe damit nicht alleine da. Denn ich nehme mir jedes Jahr aufs Neue vor, die Adventszeit richtig zu genießen, Plätzchen zu backen, Zeit für meine Lieben zu finden und auch mal an mich zu denken. Aber dann kommt es jedes Jahr anders als geplant... Die Zeit rast nur so an einem vorbei. Die Arbeit häuft sich und es kommen immer mehr Dinge dazu, die noch unbedingt erledigt werden wollen. Alle hetzen, weil sie in den letzten Wochen des Jahres noch so viel zu tun haben. Da war es dann doch nichts mehr mit der Zeit für die schönen, besinnlichen Dinge in den Adventstagen. Kein Plätzchenbacken. Kein Bummeln über den Weihnachtsmarkt. Kein bewusstes Genießen der dunklen Jahreszeit in gemütlichen Stunden der Zweisamkeit. Aber warum eigentlich?


Eigentlich ist doch gar nicht so viel mehr zu tun als sonst auch. Der Haushalt bleibt der Gleiche und wird nicht plötzlich größer. Die Arbeit ist doch auch dieselbe. Das Umfeld bleibt gleich. Also warum scheint es uns auf einmal so stressig in dieser Zeit?

Stresst es uns etwa, dass wir mehr Zeit für uns haben wollen? Oder gar haben sollten? Schließlich bringt diese Jahreszeit und gerade die Adventszeit so viele herrliche Dinge mit sich, die wir alle erleben ... und noch viel schlimmer: auch GENIESSEN sollten. Jedes Schaufenster, jeder Werbespot, ja gefühlt jede Faser scheint uns zu sagen: "Jetzt ist die Zeit für Ruhe. Für Gemütlichkeit. Für Plätzchenbacken." Natürlich möchte ich auch all diese Dinge - gerade jetzt - genießen, das schon. Aber mich deswegen stressen möchte ich nicht.


Und da ich - wie jedes Jahr - in der Adventszeit dem Stress wiedereinmal völlig verfallen bin, vor lauter Arbeit keinen Fuß mehr an den Bogen zu kriegen scheine und mich gefühlt im Kreis drehe, weil ich alles hinten anstelle, was mich betrifft, habe ich vor einigen Tagen für mich die Reißleine gezogen. Es gab da tatsächlich diese Woche den Punkt, indem ich gesagt habe: "Halt! Stopp! Ich kann nicht mehr."

Laut und deutlich. Denn das musste einfach sein. Der ganze Trott und nicht enden wollende Ballast zog mich täglich ein Stückchen weiter nach unten. Man merkt, wie der Körper streikt, der Gemütszustand nur noch die Gefühlspalette zwischen traurig und erschöpft abdeckt und einem selbst eine einfache Einkaufsliste überfordern kann. Und ohne egoistisch zu sein, oder sein zu wollen, will ich jetzt doch mehr an mich denken. Ich glaube, dass ich - wenn ich jetzt auch mal wieder etwas NUR FÜR MICH tue - schneller wieder die Kraft und Motivation habe, auch für andere Dinge da zu sein. Und das mache ich in den letzten Tagen auch ganz bewusst. Natürlich muss die Arbeit und alles andere auch weiterlaufen. Aber meine Sicht auf die Ding hat sich da ein Stück weit geändert: Ich lasse Dinge auch mal liegen. Lasse Fünf gerade sein. Oder sage auch mal "Nein." (Nein-sagen, ist tatsächlich auch nicht so meine Sache...) Aber was sein muss, muss halt auch mal sein. Und ich merke jetzt schon (nach einigen Tagen), wie ich auch mal wieder durchatmen und mit mehr Freude durch die Welt gehen kann, den Blick auch mal wieder vom Fußboden hebe und die Dinge um mich herum bewusster wahrnehme. Was so ein kleiner Perspektivwechsel bewirken kann...


Und so schön ist es, dass ich jeden Tag so wunderbare Kläppchen aus meinen Adventskalendern öffnen darf. (Ja, ich habe tatsächlich drei atemberaubende Adventskalender, die jeden Tag richtige Pakete mit tollen Überraschungen bereithalten). Die kleinen Geschenkchen tragen täglich dazu bei, dass ich mehr "an mich" denke: Fische ich aus dem Adventskalender ein Schaumbad, dann gönne ich mir auch tatsächlich ein gemütliches Bad. Diese kleinen Häuschen haben mir auch heute den Tag wieder ein Stückchen erhellt. Traumhaft schön sind sie! Und dazu erinnern sie mich gleich wieder daran, worauf es ankommt: Zuhause. Ankommen. Zweisamkeit.

Damit hoffe ich, dass ich all denjenigen, die wie ich durch die letzten Wochen gehetzt und geackert sind, ein bisschen Mut zur Entschleunigung zusprechen konnte. Lasst Dinge mal liegen, denkt an EUCH und euer Glück, an euer Wohlbefinden. Und das meine ich auch ganz-genau-so! Das nächste Jahr kommt eh wieder schneller als uns lieb ist, und es hat mit Sicherheit wieder einige Herausforderungen für uns, denen wir uns aber gestärkt sehr viel besser stellen können....


In diesem Sinne: 

LASST - ES - EUCH - GUT - GEHEN !!




Kommentare:

  1. Liebe Lisa,
    ich finde deinen Post ganz wunderbar den du bringst es auf den Punkt. Auch ich bin dieser Tage wie ein aufgedrehtes Häschen nur noch rumgerannt und habe komplett den Überblick verloren, so viele Notizzettel gibt es gar nicht..zwinker..Jedenfalls war ich dann irgendwann so derart von der Rolle das ich fast in Tränen ausgebrochen bin. Einfach zuviel..dabei sollte es doch die besinnlichste Zeit des Jahres sein..
    Ich wünsche dir ganz viel Ruhe und Gelassenheit (und mir auch..lächel..)
    Liebe Grüße Sandra

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    1. Liebe Sandra,
      es scheint tatsächlich vielen so zu gehen. Aber irgendwie dreht man sich immerimmer wieder im Strudel mit - eben so lange bis es nicht mehr geht. Ich wünsche dir auf jeden Fall viel Ruhe und Kraft und ganz besonders schöne Stunden für dich!
      LG

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  2. Liebe Lisa,
    ja das hast du schön geschrieben, und es geht wohl allen so...ich gönne mir auch bewusst Auszeiten, mal mit den Mädels frühstücken gehen oder im Buch lesen , trotzdem ist man gestresst und rödelt und rödelt.
    Ich habe auch das Gefühl das es allen so geht, ich bekomme Aufträge in letzter Minute und auch da muß ich lernen nein zu sagen, garnicht so einfach. Da kann man die krise kriegen wenn man immer nur an den Berg denkt der vor einem liegt.
    Ich wünsch dir viele schöne Auszeiten und schicke liebe andrellaglitzergrüße

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    1. Diese bewussten Auszeiten muss man sich auch immer mal wieder nehmen. Ansonsten rast die Zeit so an einem vorbei und man fragt sich am Ende: Wie - schon vorbei?
      Das will doch keiner. Also nehme ich mir gerade auch immer mehr bewusst Zeit für mich und das was mir gut tut. Ich wünsche dir auch schöne Stunden und viel Erholung, liebe Andrella.

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  3. Ich wollte noch vielen Dank sagen für dein tolles Päckchen im Adventskalender <3
    DANKE

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  4. Liebe Lisa,
    vorab erst ein Dankeschön für Dein Notizheft, das auf seinen Einsatz wartet.
    Lass Dich nicht unterkriegen. Ich habe dieses Jahr keine Kekse gebacken, keinen Adventskranz und auf den Weihnachtsbaum werde ich auch verzichten. Ich fühle mich besonders gestresst, wenn ich mich von Erwartungen einfangen lasse, die von den Friede-, Freude- Eierkuchenbildchen in TV und Magazinen im Dauerfeuer wochenlang so intensiv vermittelt werden, dass man zum Schluss glaubt es genau so machen zu müssen. Wenn dann die ersten selbstgebackenen Plätzchen Mitte November unter Kollegen verteilt werden und dann noch stolz verkündet wird: "Ich bin mit allem fertig!"dauert es nicht mehr lange und ich hänge in der Erwartungsschleife drin. Spätestens dann pfeife ich mich dann zurück, denn Weihnachten fängt im Herzen an und sollte kein Wettbewerb sein. Es reicht das Pfichtprogramm über die Feiertage selbst.
    Kopf hoch und viele Grüße,
    Karin

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    1. Liebe Karin, schön, dass es dir gefällt.
      Ich gebe mir ganz große Mühe, mich nicht unterkriegen zu lassen. Und eigentlich hast du Recht: Worauf kommt es an Weihnachten denn an? Jesus wurde auch in Armut geboren und hatte damals nichts. Ich denke, dass sollten wir auch nicht aus den Augen verlieren. Die Hauptsache ist und bleibt es doch, dass man zu SICH findet und wie du das so schön sagst: Weihnachten fängt im Herzen an. Das trifft es auf den Punkt.
      Hab lieben Dank für deine Worte.

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  5. Schöne Worte und ...wie wahr! Entschleunigung ist auch meine Devise, und das nicht nur in der Adventzeit. Da verbleibt eben auch mal der Blog in Warteschleife, und das ist auch gut so...und ich habe das auch erst in den letzten Jahren verinnerlicht, nachdem ich durch eine harte Lebensprobe gehen mußte, und ich drauf und dran war, mich selbst der anderen wegen zu vernachlässigen. Heute weiß ich: ich kann nur dann stark sein (für mich UND für die anderen), wenn ich auf meine Bedürfnisse höre, achtsam bin und die Warnsignale meines Körpers, die ich davor gar nicht deuten konnte, auch annehme. Ich finde gerade die Adventzeit auch sehr passend, einen Gang runterzuschalten, dem Perfektionismus den Garaus zu machen, um genießen zu können. Bietet sich ja regelrecht an, es sich auf der Couch gemütlich zu machen :-)
    LG und einen schönen 3.Advent!
    Tina

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  6. Liebe Lisa,
    dankeschön für Dein tolles Kompliment zu meinem Weihnachtskleid, ich freue mich sehr darüber!

    Genieße Deine Auszeit und erhole Dich gut
    Ich wünsche Dir und Deiner Familie fröhliche Weihnachten
    und für das Neue Jahr Gesundheit, Freude und ganz viel Sonnenschein.
    herzlichst Traudi

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  7. Liebe Lisa, genau das ist ein Grund, warum ich mitten im Advent für drei Tage nach Brügge gefahren bin.
    Weit Weg vom Alltag, einfach mal bummeln und nur genießen.
    Das tut so gut.ädir wünsche ich noch vier schöne und ruhige Tage, frohe Festtage und alles Liebe,
    Nicole

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Ich freue mich über all eure lieben Worte!